Unterschied zwischen Christentum und Islam aus theologischer Sicht

28 10 2008

Der heutige Tiefststand der geistigen Freiheit in unserem Lande führt zu so absurden Situationen wie dieser, daß mich ein evangelischer Pfarrer bittet, seinen Text über die geistige Auseinandersetzung mit dem Islam zu publizieren, ohne daß seine Identität bekannt wird. Dem komme ich natürlich gerne nach.

Der Text ist insofern von Bedeutung, als er zeigt, daß aus den reinen Glaubensgeboten anthropologische und politische Weiterungen entstehen. Im Falle des Islam sind hier zu nennen: Ablehnung des Individualismus aufgrund eines Unterwerfungsgebots unter den Willen Allahs, gesellschaftliche Diskriminierungen, Streben nach Dominanz und politischer Herrschaft. Der Islam ist eben, wie Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul sehr richtig betonte, „nicht einfach eine Frage des Bewußtseins oder des persönlichen Glaubens. Er stellt Herrschaftsansprüche.“

 

 

Ein deutscher Pfarrer

Zur geistigen Auseinandersetzung mit dem Islam

Da die westliche Kultur neben anderen auch starke jüdisch-christliche Wurzeln hat, ist bei der heute gebotenen Auseinandersetzung mit dem Islam unbedingt der theologische Aspekt mit einzubeziehen. Das jüdisch-christliche  Gottes-, Welt- und Menschenbild ist nicht kompatibel mit dem des Islam. Einige wesentliche Hinweise seien genannt:

  1. Allah ist nach dem Koran und der Sunna der ferne Gott, der unendlich hoch über den Menschen steht und sich nicht persönlich an Menschen bindet wie der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bzw. der Vater Jesu Christi, der in Jesus Mensch geworden ist. Die biblischen Bezeichnungen Gottes als „Vater“ und als „Liebe“ fehlen unter den 99 schönsten Namen Allahs.
  2. Das für die Bibel konstitutive Gottesbild der Trinität Gottes lehnt der Islam als polytheistisch ab, abgelehnt werden  auch das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi. Allah verflucht denjenigen, der dies glaubt. Jesus Christus ist nicht Gottes Sohn und Erlöser, sondern als Prophet nur ein Mensch, nur ein Vorgänger Mohammeds, der das „Siegel“ aller Propheten ist.
  3. Eine individuelle Heilsgewißheit wie in der Bibel gibt es für den Menschen im Islam nicht. Die Garantie einer Heilszusage würde die Souveränität Allahs einschränken. Nach Sure 19,71f schickt Allah sogar jeden, der an ihn glaubt, in die Hölle und nimmt nur den wieder heraus, der fromm war. Wer aber ist fromm genug? Zu Beginn aller Suren des Koran (außer der 9.Sure) wird Allah der „Erbarmer“ und „Barmherzige“ genannt. Eine Tat des Erbarmens und der Barmherzigkeit wie in der Bibel durch den Tod Jesu Christi gibt es aber nicht.
  4. Aufgrund der völlig konträren Gottesaussagen ist Allah nicht identisch mit dem Gott der Bibel. Allahs Selbstaussage als der listigste aller Listenschmiede (Sure 3,54) trifft nach der Bibel nur auf die Schlange zu (Sündenfall, Gen. 3,1). Da der Koran  Wort für Wort als von Allah inspiriert gilt (im Gegensatz zur Bibel, die nach islamischer Auffassung gefälscht ist), muß diese Selbstaussage Allahs als voll gültig angesehen werden.
  5. Der Mensch ist nach islamischer Auffassung nur Sklave Allahs (Islam: Unterwerfung, Kapitulation, woraus dann Frieden mit Allah erhofft wird). Er ist demnach nicht wie in der Bibel Gottes Ebenbild oder Gottes Kind , d.h. Gottes wichtigstes Geschöpf, ausgestattet mit Ehre und Herrlichkeit, nur wenig niedriger als Gott selbst (Psalm 8,6).
  6. Allah fordert strikte Unterwerfung unter seinen Willen. Das gilt für die gesamte Menschheit. Nach dem „Warum“ zu fragen, steht dem Menschen nicht zu. Das Gottesgesetz der Scharia regelt alle religiösen und weltlichen Angelegenheiten. Freiheit erlangt im islamischen Sinne nur der, der sich Allahs Gesetzen unterwirft. Die biblische Vorstellung vom autonomen Menschen, der sich freiwillig Gott zuwendet (Gleichnis vom verlorenen Sohn), ist dem Islam fremd.
  7. Der gesellschaftliche Status des Menschen definiert sich im Islam in drei Kategorien:
    • Mit vollen Rechten und voller Wertigkeit ausgestattet ist nur der freie muslimische Mann, der Frau kommt nur die halbe Wertigkeit zu.
    • Juden und Christen stehen als „Schriftbesitzer“ unter ihnen, und zwar in der Position der Dhimmis, d.h. Menschen zweiter Klasse. Im Koran und in der Sunna gibt es zahlreiche antijüdische und antichristliche Aussagen.
    • Ein „Nicht-Mensch“ der noch unter dem Vieh steht, ist der Polytheist und der Konvertit (Sure 8,20-22,55).

Nach der Bibel bezieht sich die Gottesebenbildlichkeit des Menschen dagegen auf alle Menschen, gleicherweise auch auf Mann und auf Frau, wobei die Frau Gehilfin des Mannes ist, und der Mann Verantwortung für die Frau hat, die in der Ehe wahrzunehmen bis hin zum Einsatz des eigenen Lebens des Ehemannes führen kann (Eph. 5,25ff).

  1. Der Islam bevorzugt nicht das Individuum, sondern absoluten Vorrang hat das Kollektiv der Umma (weltweite islamische Gemeinschaft). Der einzelne ist über die Struktur der Familie fest in sie eingefügt, Väter, Brüder, Onkel usw. vertreten Allahs Autorität auf Erden. Unbedingter Gehorsam ihnen gegenüber ist gottgegeben. Die biblische Aussage:  „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn.“ ( Eph, 6,4) ist islamischem Denken  fremd.
  2. Dem biblischen Auftrag  „Macht euch die Erde untertan.“ wird im Islam die  Verheißung  gegenübergestellt , die ganze Erde werde dem „ Haus des Islam“ unterworfen werden. Eine welt- und gesellschaftliche Kompetenz gesteht Allah dem Menschen nicht zu. Idealziel ist die islamische Theokratie. Die Aussage Jesu, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist (Matth. 22,21), ist im Islam undenkbar. Religion und Politik sind untrennbar verbunden.
  3. Im Bemühen auf dem Wege zur Weltherrschaft, die zu erreichen dem Moslem als Gebot Allahs aufgetragen ist (dschihad, heiliger Krieg, im Sinne von Eifer und Anstrengung und ebenso im Sinne des militärischen Kampfes), darf dieser in Zeiten der Bedrängnis für Allah lügen (arab: taqiya, Sure 16,106 u.a.), darf seine wahren Absichten übermächtigen Gegnern gegenüber verschleiern. Dem steht die Aussage Jesu in der Bibel entgegen, das Reich Gottes sei nicht von dieser Welt, zudem untersagen die Zehn Gebote und die Bergpredigt jede Lüge. Für die Erringung der Weltherrschaft darf der Moslem auch töten(Sure 8,17 u.a.). Den heiligen Krieg des Alten Testaments dagegen hat Jesus durch sein Wort aufgehoben: „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen.“ (Matth. 26,52)  Im Koran werden genau entgegengesetzt zur Bibel die Friedensverse der Mekka-Zeit  durch den Schwertvers Sure 9,5 aus  der späteren Medina-Zeit Mohammeds aufgehoben ( Prinzip der Abrogation, arab: naskh). Grundsätzlich gültig sind daher die Kriegsverse der Medina-Zeit, die Friedensverse der Frühzeit Mohammeds gebraucht man, solange der Islam noch schwach ist.

Fazit:

Der Islam ist eine strenge Gesetzesreligion, im Unterschied zum Christentum, das eine Gewissens- bzw. Erlösungsreligion ist. Eine Harmonisierung beider Religionen im Sinne einer „Abrahamitischen Ökumene“ ist nicht möglich.

 

(ungekürzt übernommen von Etzel´s Blog)

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