Einiges über koranische Offenbarungen

17 10 2010

Nach islamischer Lehre empfing Muhammad in einem Zeitraum von etwa 20 Jahren eine Fülle von göttlichen Offenbarungen, übermittelt von Erzengel Gabriel, die später im Koran schriftlich niedergelegt wurden.

Die Natur dieser “Offenbarungen” hat westliche Wissenschaftler schon lange beschäftigt. Was steckt dahinter?

Eine frühe Begebenheit aus dem Leben Muhammads liefert interessante Aspekte bezüglich der späteren Offenbarungen. Sein Vater war bereits vor seiner Geburt verstorben; seine Mutter übergab ihn einer Amme (Halima), die ihn stillte und vor den Toren von Mekka (das Stadtklima galt als ungesund für Kinder) aufzog. Halima berichtete über einen kataleptischen Anfall, den ihr Ziehkind im Alter von fünf Jahren erlitt. Anders als bei Epilepsie sind nach dem Anfall die erlebten bzw. halluzinierten Ereignisse dem Betroffenen noch erinnerlich. Hier die Schilderung des kleinen Muhammads:

Zwei weiß gekleidete Männer, die ein goldenes Waschbecken trugen, kamen zu mir. Sie schnitten meinen Leib auf, nahmen das Herz heraus, dann schnitten sie mein Herz auf und nahmen daraus einen schwarzen Klumpen. Den warfen sie fort. Dann wuschen sie mein Herz und meinen Leib. Anschließend sagte einer der Männer zu dem anderen: ‘Wiege ihn auf gegen zehn von seinem Volk’. Er tat es, aber ich war schwerer als die zehn. Dann sagte der Mann: ‘Wiege ihn auf gegen hundert von seinem Volk.’ Er tat es, aber ich war schwerer als die hundert. Dann sagte der Mann: ‘Wiege ihn auf gegen tausend von seinem Volk.’ Er tat es, aber ich war schwerer als die tausend. Dann sagte der Mann: ‘Auch wenn du ihn aufwiegen würdest gegen sein ganzes Volk, er wäre dennoch schwerer als alle.’[1]

Dieses Erlebnis nahm Muhammad später als Beweis, zum Propheten auserkoren zu sein. Und er lieferte ähnliche Vorstellungen ab, wann immer er eine “Offenbarung” empfing. Doch um was handelte es sich eigentlich? Wir haben es einen kataleptischen Anfall genannt. Sprenger sprach von einer Hysteria muscularis [1]. Muir spricht von nervös bedingten Anfällen [1], Palmer geht davon aus, dass die Anfälle von einer Geisteskrankheit verursacht wurden [2]. Ein anderer Autor, Rodwell, konstatiert, Muhammad habe seit der frühen Kindheit an epileptischen Anfällen gelitten [3].

Bei Nöldeke [4] findet sich eine Beschreibung der Anfälle: Während der “Offenbarungen” litt Muhammad an schweren Krämpfen. Aus dem Mund trat Schaum hervor. Der Kopf hing schlaff herab, die Gesichtsfarbe war erbleicht oder errötet. Er schrie wie ein Kamelfohlen und brach in heftigen Schweiß aus, selbst dann, wenn es kalter Winter war.

Margoliouth geht davon aus, dass Muhammad seine Symptome künstlich erzeugte, die “Anfälle” also voll unter Kontrolle hatte [5]. Andere Autoren gehen von einer Selbsthypnose aus [2, 6-7], um beispielsweise trance-ähnliche Zustände zu erzeugen.

Im Grunde ist es gleichgültig, wer nun im Detail recht hat – aus Sicht der westlichen Wissenschaft hatte jedenfalls Muhammad keine göttlichen “Offenbarungen”, sondern spielte seinen Anhängern etwas vor. Er produzierte seinen “Offenbarungen” selbst. Er zog eine Show ab, wenngleich auch eine beeindruckende, und eine, die fatale Folgen haben sollte.

Nach seiner eigenen Behauptung empfing Muhammad die “Offenbarungen” von Erzengel Gabriel, und es soll der Ehrfurcht heischende Anblick des gewaltigen Erzengels gewesen sein, der die oben beschriebenen psychobiologischen Symptome (Schwitzen, Zittern, Erbleichen, hängender Kopf [Demutsgebärde!] und Schaum vor dem Mund) verursacht haben soll. Gabriel war so mächtig, so gewaltig, dass es eine buchstäblich niederdrückende Erfahrung war, von ihm Botschaften zu empfangen. (Man vergleiche das mit den Begegnungen von Moses mit G-tt, der zu prächtig, zu gewaltig ist, um seinen Anblick ertragen zu können.)

Weiters kommt dazu, dass, obwohl Muhammad im Laufe des etwa 20 Jahre mehr als 100 solcher Begegnungen mit Gabriel erlebt haben will, er sich nie daran gewöhnte – die Ehrfurcht vor dem Erzengel nicht nachließ und die starken psychobiologischen Symptome, von denen auch Lieblingsfrau Aisha berichtete, bestehen blieben.

Dies steht in einem ganz merkwürdigen Kontrast zur “Himmelfahrt” von Muhammad. In Sure 53, Vers 1–18 und in Sure 81, Vers 19–25, wird die Begegnung Muhammads mit den früheren Propheten und schließlich mit Allah auf unterschiedlichen Stufen im Himmel beschrieben.

Im siebten Himmel trifft er auf Allah und feilscht mit ihm wie ein Türke über die Anzahl der täglichen Gebete. Obwohl Begegnungen mit dem Erzengel so schwer zu ertragen sind, und obwohl ein allmächtiger Gott noch sehr viel mehr Ehrfurcht gebietend sein müsste, steht Muhammad hier ganz locker mit ihm auf gleichem Fuß. Der Prophet und sein Gott: Quasi auf Du und Du! Er entfernt sich einige Male, um dann von niedrigeren Himmelsebenen immer wieder in den siebten Himmel zurückzukehren, um weiterhin mit Allah zu feilschen. Am Ende hat er, Muhammad, den Allmächtigen auf fünf Gebete pro Tag heruntergehandelt.

[1] Sigismund Wilhelm Koelle (1889): Mohammed and Mohammedanism. London : Rivingtons, 540 Seiten (im Bestand der Staatsbibliothek Berlin)
[2] John Clark Archer (1980): Mystical Elements in Mohammad. New Haven, Yale University Press
[3] J. A. Rodwell (1953): Koran. London, J.M. Dent & Sons Ltd.
[4] Theodor Nöldeke (1869): Geschichte des Qorans. Dietrich, Göttingen
[5] David S. Margoliouth (1972): Mohammed and the Rise of Islam. New York, New World Book Manufacturing Co., Inc.
[6] Charles Cutler Torrey (1968): The Jewish Foundation of Islam. New York: Ktav Publishing House, Inc.
[7] Otto Stoll (1904): Suggestion und Hypnotismus. Leipzig, 2. Auflage

Quelle: Massoud Ansari (2007), Psychology of Mohammed: Inside the Brain of A Prophet. 378 pages, Institute For Ethical

Weiteres Material: http://www.bible.ca/islam/library/islam-quotes-jeffery.htm

Quelle: Iraner bei gegenstimme.net

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